Wie es ein Dschungel wurde:  wir haben uns zu einer Besprechung im Büro getroffen. Da waren sehr viele weiße Wände und der Auftraggeber sagte:” …seine Jungs brauchen einen Dschungel!”. Warum genau, kann ich bis heute eigentlich nicht sagen. Brauchen Menschen vor dem Computer eine Erinnerung, dass es draußen vor der Tür auch eine Natur gibt? Oder ist ihre Welt im Büro so schön wie ein Urlaub in Costa Rica und dient ein Blätterwald als visuelle Erinnerung?
Ein Dschungel ist ja ein Ort für grenzenlose Entfaltung. Unzählige Tierarten koexistieren und nehmen gemeinsam mit den Pflanzen Einfluß aufeinander. Wie ein Wald so hat auch ein Dschungel etwas Zeitloses, eine Pflanze ersetzt eine andere und alles zusammen hat über Zeitalter hinweg Bestand, während anderes Leben vergeht.

Entwurfsprozess für den Dschungel

Ich hab mir alle Wünsche genau angehört und den „Jungs“ dann einen Ulala-Vienna Dschungel vorgeschlagen.  Dort treffen sich große Blätter und riesige Blumen mit zarten Blütenstempeln. Ich spiele mit hell und dunkel, mit groß und klein und ich habe ihnen den Dschungel in mehreren  Farbvarianten vorgestellt.  Was folgte waren viele Meinungen und Wünsche für Farbänderungen. Ich hatte auch Tiere hinter den Blättern versteckt und liess sie dann im Laufe des Prozesses wieder weg.

Arbeiten vor Ort: die Entstehung eines Dschungel-Murals

Meine ursprüngliche Idee war es den abgenommenen Entwurf auf die Wand zu projizieren und den Dschungel ganz einfach nachzumalen. Daran bin ich allerdings gescheitert. Der Raum ist nämlich nicht groß genug für eine Projektion.  Deshalb habe ich eine Technik gewählt, die es schon in der Renaissance gab und die zum Zeichnen von Perspektive eingesetzt worden ist. Dabei wird ein Gitter über einen Ausschnitt zB. eine Landschaft oder einer Person gelegt, die man malen oder zeichnen will. Dieses Gitter wird dann in einem anderen Größenverhältnis auf ein Blatt Papier und in meinem Fall auf die Wand gezeichnet. So kann man verkürzte Linien realistischer  im zweidimensionalen Bild wiedergeben und Größenverhältnisse sind einfacher von einem Kästchen zum nächsten beurteilbar.
Mein Raster habe ich mit Klebeband simuliert.  Alles weitere passierte dann Freihand. Das hat noch einmal richtig viel künstlerische Dynamik gebracht

Tapete in der Teeküche aus einem Teil des Firmenlogos

Das zweite Projekt ist eine tapezierte Fokuswand in der Teeküche. Nach ersten Versuchen mit grafischen Mustern (weil Männer ;-), kam mir die Idee einen Teil des Firmenlogos in meinen Entwurf mit hinein zu nehmen. Ich habe mich für den inneren Teil des Logos von der Firma entschieden und daraus ein Endlosmuster  im Stil der 60er Jahre entstehen lassen.
Ich habe selbst tapeziert und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung von Max Rogl gewesen, der normalerweise hinter einem der großen Bildschirme im Büro verschwunden ist. Meine Hochachtung gilt den Malern und Tapezierern dieser Welt. Sie sind einfach schneller als ich…Ich aber sage „Übung macht den Meister“ und bin bereit für das nächste Projekt. Ruf an, wenn es deines sein soll 😉

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