Oh ich ahnte, dass dieser Tag kommen und ich aus der Regelmässigkeit ausscheren würde.
Im Herbst hab ich mich aus einer Laune heraus entschieden an einem internationalen Projekt mitzumachen und wöchentlich ein Handdruckmodel zu schneiden, passende Farben dafür zu suchen und auf Stoff zu drucken. Ich war voller Ideen und ich hab sehr schnell bemerkt wie steil meine Lernkurve nach oben ging. Mir bereitete die Umsetzung sehr viel Freude. Ich konnte zusehen wie etwas mit dem ich mich gedanklich schon länger beschäftigt hatte, durch meine Hände sichtbar wurde. Diese direkte Qualität meiner Arbeit ist mir neu.
Dass der Tag an dem ich mir die Frage stellte, ob das Projekt tatsächlich Sinn macht und mir die Lust eher nach etwas anderem stand so früh kam, überraschte mich etwas, aber es gibt eine Erklärung dafür.

DER GRUND FÜR DAS MOTIVATIONSLOCH

Ich war in der letzten November- und in der ersten Dezemberwoche wieder in Deutschland auf einem Meisterkurs für Malerei und Grafik. Die Zeit dort  bedeutet immer eine ganz intensive Auseinandersetzung mit den Techniken und der künstlerischen Reflexion. Deshalb habe ich die Druckmodel für die Wochen in denen ich nicht in meinem Atelier war, vorbereitet. 
Wenn man ein kreatives Geschäft führt, ist Verpflichtung und Regelmässigkeit absolut notwendig. Man kann die erstaunlichsten Ideen haben. Wenn man die Ideen allerdings nicht umsetzt, weil man keine Lust dazu hat, werden sie nicht gedeihen.

Am 1.1.2018 hab ich angefangen in jeder Woche eine kleines Buch mit sechs Seiten zu gestalten. Darin halte ich Dinge in Farbe und Formen fest, die mich die Woche über beschäftigten. Ich hab jede einzelne Woche geschafft. Jetzt sind noch zwei offen und dann ist das Jahr zu Ende.
Was ich daraus gelernt habe, ist, dass man  Gewohnheiten durch regelmässige Wiederholung trainieren kann. Es motiviert mich, denn ich weiss jetzt, dass ich, wenn ich Widerstände und Unbehagen überwinde, immer an einen Punkt kommen kann, an dem die Tätigkeit durch die Wiederholung zur zweiten Natur wird.

Wohin ich mit meinem Blog genau gehen werde, kann ich noch nicht klar sagen. Ich weiss allerdings, dass ich in Zukunft schreiben will. Und ich weiß auch, dass der einzige Weg im Schreiben besser zu werden bedeutet, dass man regelmässig schreibt. Mit anderen Worten, ich will mir eine Schreibgewohnheit, die das unterstützt, aufbauen. 

In meinem Jobs hab ich jahrelang bewiesen, dass ich an einer Sache dran bleiben kann. Ich besitze ein hohes Durchhaltevermögen. 
Mit meiner Entscheidung meine künstlerische Seite zu zeigen und nach Außen zu treten, kann ich im Moment tatsächlich gleichzeitig an zwei Sachen dran bleiben: an den wöchentlichen neuen Druckmodeln und denn daraus entstehenden Stoffen und am Schreiben.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, aber meine Motivation ist wieder zurück und ich stelle mich wieder der Herausforderung. Ob ich die Challenge durchhalten werde, steht in den Sternen. Ich werde aber alles mir mögliche dafür tun, weil ich den Sinn darin erkennen kann und mich die Freude damit sehr begeistert.

2 thoughts on “#10+11/52 weeks of printmaking: Wald und Schneeflocke | Warum Regelmässigkeit gut tut”

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